Schicke Sektschalen sorgen in Corona-Zeiten für das kleines bisschen Luxus

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Wie treffend hat Medienprofi Lena Lademann hier bitte unsere aktuelle Situation parodiert?! Hobby-Sommeliers aka Amateur- Bartender sprießen im Lockdown wie die Pilze aus dem Boden. Und woran liegt’s? Na, im Gegensatz zu Netflix hat man mit drinks nach Monaten der Isolation noch immer seinen Spaß.

Aber wenn, dann bitte mit Stil – das zumindest scheint das Motto der Corona-Generation zu sein. Mein Instagram-Feed wird schon seit Wochen mit Sektschalen-Picknick-Situationen im Schnee, in der Badewanne oder im Bett geflutet.

Sektschalen, fragt ihr euch jetzt? Ja genau. Diese flachen, breiten super eleganten Gläser, bei denen man sofort an Erdbeer-Margarita denkt. Doch warum eigentlich Sektschalen? Und wann nimmt man Sie überhaupt?

Kleine Sektschalen Kunde

Warum jetzt alle Sektschalen lieben

Ein bekanntes Wirtschaftsphänomen, der sogenannte „Lipstick-Effekt“ besagt: Je schlechter die Wirtschaft, desto stärker steigt der Verkauf von teuren Lippenstiften. Da die Maskenpflicht aber genau diesem kleinen Luxus im Weg steht, haben wir unsere Prioritäten offensichtlich verlagert. Und zwar auf schicke Vintage Kristallgläser, die früher Omas ganzer Stolz waren. Ob das auch mit der Nostalgie und dem wohlig warmen Erinnerungen an Familienmomente zusammenhängt? Ich glaube schon. Denn genau diese Sehnsucht nach sozialer Nähe und Wärme ist gerade allgegenwärtig.

Fun Fact

Wusstest du, dass die Sektschale, oder eigentlich Champagnerschale (französisch: Coupe) den Brüsten von Marie-Antoinette nachempfunden sein soll? Kein Wunder, denn Sie war beinahe das Sinnbild für Völlerei. Ob also pure Ironie oder doch Untergebenheit, dürft ihr ganz selbst entscheiden.

Wann nimmt man Sektschalen?

Wie auch immer – zurück zum Thema. Also wann braucht man überhaupt eine Champagnerschale? Fakt ist, dass es nicht mit der Qualität des Champagners, Schaumweines, Prosecco oder Sekt zusammenhängt. Ob Supermarkt-Sekt oder Luxus-Champagner ist also nicht entscheidend.

Vielmehr muss man versuchen, das Wissen eines Sommeliers mit den eigenen Erfahrungen zu kombinieren, um des Rätsels Lösung zu erhalten. Also, was wünscht ihr euch, wenn ihr die Prickel-Brause angeboten bekommt? Sicher kein Zimmertemperatur warmes Getränk, aus dem die Kohlensäure bereits verschwunden ist. Sondern ein angenehm gekühltes Schlückchen mit viele kleinen, aufsteigenden Bläschen.

Und da haben wir auch schon das Problem. Denn die klassische, bauchige Champagner- oder Sektschale mit ihrer enorm großen Öffnung (im Vergleich zu anderen Glasformen), sorgt für einen vergleichsweise raschen Kohlensäureverlust. Durch die breite Form ist auch die Handauflage und der damit verbundene Hautkontakt viel größer. So erwärmen sich das Glas und der Inhalt natürlich auch viel schneller.

Sommeliers kritisieren außerdem, dass die flache Schale die Perlage, also die Bläschen nicht richtig bündeln kann. Das bedeutet, sie sind kaum sichtbar und verflüchtigten sich auch ganz schnell wieder. Während eine Flötenform den Geschmack bzw. Geruch zur Nase bündelt, kann das die Sektschale durch die breite Form leider nicht bieten. Auch das ist ein großer Minuspunkt in Kennerkreisen.

Was lernen wir daraus? Sektschalen sind zwar sind das ideale Glas für teure Schaumweine und Co. Aber sie sind schön anzusehen, erinnern an die schicken Goldenen Zwanziger, oder sind ein Erinnerungsstück an die Eltern und Großeltern aus den 60ern und 70ern und machen sich auf Hochzeiten und anderen großen Feiern als Champagner-Pyramide immer noch am besten. Für mich haben sie damit absolut ihre Berechtigung. Und als Gefäß für leckeres Sorbet, süffige Margaritas oder was auch immer ihr darin servieren wollt, sorgen sie garantiert für einen schönen Hingucker.

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